5 FRAGEN AN...

In der Rubrik „Fünf Fragen an ...“ sprechen wir über Themen zum Konversionsraum Alb.

 

Portrt Foto Frank Schroft

Fünf Fragen an Bürgermeister Frank Schroft

Frank Schroft ist Bürgermeister der Stadt Meßstetten und Vorsitzender des Konversionsraums Alb. In seiner Funktion entscheidet er maßgeblich über die Weiterentwicklung der ehemaligen Zollernalb-Kaserne.

 

1. Frage: Die Stadt Meßstetten hat sich gemeinsam mit anderen Kommunen zum Konversionsraum Alb zusammengeschlossen. Warum gemeinsam? Die ehemalige Kaserne liegt doch in Meßstetten?

Das Denken, das sich allein auf die eigene Kommune konzentrierte, ist obsolet geworden und hat sich überlebt. Es muss sich endlich die Erkenntnis durchsetzen, dass es zum Wohle aller Kommunen in einer Region ist, wenn sich alle gut entwickeln. 
Bei einem auch flächenmäßig so bedeutenden Projekt wie die Weiternutzung des 55 ha großen Konversionsgeländes ist das Miteinander der umliegenden Kommunen von Anfang an ein erheblicher Vorteil. Interkommunale Zusammenarbeit schafft Synergie und verteilt sowohl die Last als auch den Erfolg auf mehrere Schultern.

2. Frage: Herr Schroft – eine Frage, die uns alle sehr interessiert: Was passiert nächstes Jahr mit dem Areal der ehemaligen Zollernalb-Kaserne?

Da das Land den Betrieb der Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge bereits zum 30. September 2017 eingestellt hat, haben wir etwas mehr Zeit, gemeinsam zu planen. Ich persönlich und auch viele meiner Kollegen sehen ein interkommunales Gewerbe- und Industriegebiet als eine Riesenchance. Zuvor, und davon hängt alles Weitere ab, müssen uns die politischen Entscheidungsträger aus Bund und Land aber mitteilen, was geplant ist, damit wir wissen, was auf uns zukommt. An Gerüchten mangelt es derzeit jedenfalls nicht. Diese bringen, unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt, aber nur Unruhe und Irritation mit sich.

3. Frage: Wenn die Kaserne leer steht und das Gelände nicht mehr genutzt wird – wofür soll das große Areal genutzt werden?

Deshalb unsere interkommunale Zusammenarbeit unter der Firmierung „Konversionraum Alb.“ Es gibt unterschiedliche Vorstellungen und Wünsche und vieles ist denkbar. Doch zuvor muss alles sorgfältig geprüft werden, auch und vor allem die Folgekosten betreffend. Wenn alles nach Plan verläuft, kann der Gemeinderat sogar noch in diesem Jahr den Grundsatzbeschluss über eine mögliche Nachnutzung des Areals entscheiden.

4. Frage: Meßstetten ist zwar ein guter Wirtschaftsstandort, mit guten Unternehmen und einer geringen Arbeitslosigkeit. Aber ist das ehemalige Kasernengelände nicht etwas zu groß? Wo sollen denn die ganzen Arbeitskräfte herkommen, wenn sich mehrere Unternehmen dort ansiedeln?

Mobilität und der Arbeitsplatz zu Hause – das sogenannte Home-Office – sind heute feste Bestandteile der Arbeitswelt. Auch der "Siegeszug" der Digitalisierung wird weitere Veränderungen hinsichtlich der Arbeitsplätze mit sich bringen. Und unsere Kommunen auf dem Großen Heuberg können durchaus eine lohnens- und lebenswerte Alternative zu den Großstädten und Metropolregionen mit den auch negativen Erscheinungen sein. Ich nenne nur soziale Vereinsamung, unbezahlbarer Wohnraum, Kriminalität, Umweltbelastungen und die allgegenwärtige Verkehrsproblematik. Wenn wir uns entsprechend weiter entwickeln, dann mache ich mir auch keine Sorgen über den Zuzug junger Familien und dass unsere Jugend und unsere jungen Familien motivierter sind, hier zu bleiben.

5. Frage: Als Bürgermeister einer Konversionskommune müssen Sie weitreichende Entscheidungen treffen. Diese werden die Stadt über Jahrzehnte prägen. Ist so viel Verantwortung nicht manchmal auch etwas schwer?

Wer ein solches Amt anstrebt, sollte sich über seine Verantwortung schon im Vorfeld Gedanken machen. Zumindest sollte er sich nicht beklagen, wenn der Zeitpunkt der Verantwortung gekommen ist. Auch bezüglich der Verantwortung ist die Zusammenarbeit der Gemeinden im Konversionsraum Alb durchaus hilfreich, weil viele Ideen, Anregungen, kritische Fragen gemeinsam erörtert werden. Das macht die Entscheidungsfindung in toto einfacher. Die persönliche Verantwortung muss aber jeder selber tragen.

Vielen Dank für Ihre Antworten und weiterhin viel Erfolg!